nassfilzen

Basis-Anleitung zum Nassfilzen​

Nassfilzen ist eine der schönsten und entspannendsten Handarbeiten überhaupt – und das Beste: Es ist wirklich einfach. Bei uns im Filzpackerl dreht sich alles ums Nassfilzen, diese ästhetische, traditionelle Technik, bei der aus loser, bunt kardierter Schafwolle mit nichts als lauwarmem Wasser, Seife und ein bisschen Reibung ein fester, textilartiger Filz entsteht. In dieser Basis-Anleitung zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du deine erste Filzfläche machst – die Grundlage für fast alle Filzideen.

Was passiert beim Nassfilzen?

Durch Wärme, Feuchtigkeit und Reibung verhaken sich die feinen Härchen der Schafwolle fest ineinander. Die Wolle schrumpft, verdichtet sich und wird zu einem stabilen Flächengebilde. Anders als beim Trocken- bzw. Nadelfilzen brauchst du dafür keine spezielle Ausrüstung – nur Wolle, Wasser und Seife.

Was brauchst du zum Nassfilzen?

Tipp: In unserem Großen Starterset ist alles fertig zusammengestellt – inklusive gedruckter Anleitung und Video.

Wie geht Nassfilzen? Schritt für Schritt zur ersten Fläche

  1. Wolle auslegen. Zupf die Wolle in dünnen Strähnen (nicht mit der Schere schneiden!) und leg sie kreuzweise als Fläche vor dir aus. Achte darauf, dass sie gleichmäßig liegt – nicht zu dick und nicht zu dünn.
  2. Zweite Schicht und Muster. Leg eine zweite Wollschicht darüber, gern in einer anderen Farbe. Jetzt kannst du nach Lust und Laune Muster legen – Spiralen, Blüten, was dir gefällt.
  3. Anfeuchten und einseifen. Übergieß die Wolle mit warmem Wasser und massier sie ganz vorsichtig mit eingeseiften Händen. Ein Backblech fängt das überschüssige Wasser auf.
  4. Walken. Sobald die Wolle zu verfilzen beginnt, rollst du sie in der Bläschenfolie oder Bambusmatte ein und knetest weiter. Filz so lange, bis alles schön fest verfilzt ist.
  5. Auswaschen. Zum Schluss wäschst du dein Werkstück in einem Wasserbad mit einem Schuss Essig aus – das bringt den Säure-Basen-Haushalt der Wollhaare wieder ins Gleichgewicht.

Welche Seife zum Nassfilzen?

Am besten eine reine, fettende Naturseife — Olivenseife oder klassische Kernseife. Sie macht die Faserschuppen gleitfähig, damit sie sich verhaken. Duschgel und Spülmittel funktionieren schlechter und trocknen die Hände aus. Unsere Seifen zum Filzen sind genau dafür gemacht.

3 Tipps für den perfekten Start

1. Die richtige Seife. Die Seife sorgt dafür, dass die Wolle beim Walken nicht an den Händen klebt und die Härchen besser verfilzen. Nimm eine hautschonende, rückfettende Seife wie unsere Schafmilchseife – Finger weg von Geschirrspülmittel oder Flüssigseifen.

2. Reibung, warm und kalt. Tränk die Wolle abwechselnd in warmes und kaltes Wasser und walk sie mit eingeseiften Händen. Wichtig: Reib die Seife nie direkt auf der Wolle – immer die Hände einseifen, sonst lösen sich die Fasern wieder. Der Temperaturwechsel plus Reibung beschleunigt das Filzen spürbar.

3. Die richtige Wolle. Nicht jede Wolle filzt gut. Mit aggressiven Waschmitteln behandelte Wolle verfilzt kaum. Am besten ist Wolle von kleinen, traditionellen Schäferbetrieben, wie es sie in Österreich und Deutschland noch etliche gibt. Unsere Wolle wird schonend gewaschen und mit OEKO-TEX-100- und REACH-zertifizierten Farben gefärbt.

Welche Wolle eignet sich zum Nassfilzen?

Die Wolle verschiedener Schafrassen unterscheidet sich in Feinheit und Faserlänge. Für den Einstieg empfehlen wir dir Bergschafwolle: Sie filzt schnell und ist – gut verarbeitet – angenehm auf der Haut. So macht das erste Projekt sofort Freude, statt zu frustrieren.

Du möchtest gemeinsam mit deinen Kindern filzen? Dann schau in unsere Ideen-Sammlung Filzen mit Kindern – ganz ohne Nadel, ab dem Kindergartenalter.

Häufige Fragen

Zum Nassfilzen eignet sich am besten kardierte Bergschafwolle im Vlies – schonend gewaschen filzt sie schnell und zuverlässig. Merinowolle ist feiner und filzt etwas langsamer.

Eine erste Filzfläche dauert etwa 30 bis 60 Minuten – je nach Größe deines Werkstücks.

Nassfilzen arbeitet mit Wasser, Seife und Reibung (ideal für Flächen, Taschen, Sitzkissen). Beim Trocken- bzw. Nadelfilzen verfilzt man die Wolle trocken mit einer Filznadel – gut für Figuren und 3D-Formen.

Warmes Wasser öffnet die Schuppen der Wollfaser, die Seife macht sie gleitfähig, die Reibung schiebt sie ineinander. Beim Abkühlen schliessen sich die Schuppen und die Fasern sind fest verhakt. Deshalb lässt sich Filz nicht mehr aufdröseln.

Kardierte Bergschafwolle im Vlies filzt am schnellsten und verzeiht Anfängerfehler. Feine Merinowolle wird weicher, braucht aber mehr Geduld. Unsere Schafwolle zum Nassfilzen kommt aus Österreich.

Du bist ganz neu beim Filzen? In unserem Überblick Filzen lernen findest du alle Grundtechniken auf einen Blick – ideal, um vor dem ersten Projekt den Durchblick zu bekommen.

Saison-Tipp: Du kannst die Fläche gleich für etwas Schönes nutzen: Zum Oktoberfest filzt du dir mit derselben Technik eine Dirndltasche — fünf bis sechs Stunden, Wolle und Schablone kommen im Trachtentaschen-Set.

Mach es dir einfach. Die Grundausstattung zum Nassfilzen gibt es bei uns.

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